Taiwan sperrt RedNote (Xiaohongshu) für ein Jahr, App fällt bei allen 15 Cybersicherheitstests durch | Langit Eastern

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Taiwan hat den Zugang zur chinesischen Social-Media-App RedNote, auch bekannt als Xiaohongshu, ab dem 4. Dezember 2025 für ein ganzes Jahr offiziell gesperrt. Die Entscheidung erfolgte, nachdem die Behörden über 1.700 Betrugsfälle im Zusammenhang mit der Plattform festgestellt hatten, mit Gesamtverlusten von NT$247,7 Millionen (7,9 Millionen US-Dollar).

Programmcode auf einem Computerbildschirm, der Cybersicherheit symbolisiert

Vollständiger Sicherheitsausfall: Null von 15 Cybersicherheitsindikatoren

Das taiwanesische Innenministerium gab bekannt, dass Xiaohongshu bei allen 15 Indikatoren der Cybersicherheitstests des Nationalen Sicherheitsbüros durchgefallen ist. Die App, die auf der Insel über 3 Millionen Nutzer hat, wurde als "Hochrisikobereich für Online-Shopping-Betrug" eingestuft. Vize-Innenminister Ma Shih-yuan ordnete auf einer Pressekonferenz am Donnerstag an, dass alle Internetdienstanbieter in Taiwan den Zugang zur Anwendung sperren müssen.

Das Ministerium forderte auch internationale Plattformen wie Google auf, "die Veröffentlichung von Xiaohongshu-Werbung vollständig einzustellen." Die Behörden erinnerten die Öffentlichkeit daran, die App nicht herunterzuladen oder die Nutzung einzustellen, falls sie bereits installiert ist. Der Hauptgrund für die Sperre sind die erheblichen Schwierigkeiten der taiwanesischen Strafverfolgungsbehörden bei der Beschaffung notwendiger Informationen, da Taiwan keine Gerichtsbarkeit über das in China ansässige Unternehmen hat.

Zeitlicher Ablauf: Von Warnschreiben zur totalen Blockade

Die Sperrmaßnahme erfolgte nicht über Nacht. Bereits Anfang 2025 hatte Taiwan ein Schreiben an die Muttergesellschaft von Xiaohongshu, Xingyin Information Technology (Shanghai), mit der Aufforderung zu konkreten Verbesserungsmaßnahmen gesendet. Das Unternehmen reagierte nicht. Bereits 2022 hatte Taiwan Xiaohongshu auf Regierungsgeräten verboten und es als "Einheitsfront" für chinesische Propaganda bezeichnet.

Die Entscheidung löste eine politische Debatte in Taiwan aus. Cheng Li-wun, Vorsitzende der oppositionellen Kuomintang-Partei, postete auf Facebook, dass der Schritt "die Internetfreiheit erheblich einschränkt" und beschrieb das Verbot als "Ausgangspunkt für den Bau der Großen Mauer des Internets" durch die regierende Demokratische Fortschrittspartei. Die chinesischen Staatsmedien wiesen die Aktion zurück, wobei Xinhua einen Beitrag mit dem Titel "Lai Ching-te's beschämende und langweilige Aktion! DPP-Behörden verbieten RedNote für ein Jahr" veröffentlichte.

RedNote: Von TikTok-Flüchtlingen zu Sicherheitsbedenken

Xiaohongshu, was übersetzt "kleines rotes Buch" bedeutet, ist eine Instagram-ähnliche Lifestyle-Social-Media-Plattform, die bei jungen Menschen weltweit beliebt ist. Die Plattform erlebte Anfang 2025 einen signifikanten Nutzeranstieg, als etwa 700.000 neue Nutzer aus den USA nach der Androhung eines TikTok-Verbots beitraten. Dieses Phänomen, genannt "TikTok-Flüchtlinge", erregte weltweite Medienaufmerksamkeit.

Doch hinter der Popularität verbargen sich Schwachstellen: Die integrierten Shopping-Funktionen der App schufen Angriffsflächen für Betrüger. Ohne lokales Büro in Taiwan und ohne rechtliche Handhabe für taiwanesische Behörden, gegen das Unternehmen vorzugehen, stiegen die Betrugsfälle weiter an, ohne angemessene Verbraucherschutzmechanismen. Die Daten zeigen, dass seit 2024 über 1.700 Betrugsfälle identifiziert wurden, mit durchschnittlichen Verlusten von etwa NT$145.000 pro Fall. Das Verbot dient als wichtiger Testfall dafür, wie demokratische Nationen ausländische Social-Media-Plattformen regulieren können, die außerhalb ihrer rechtlichen Reichweite operieren.

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